Tag Archiv für Wohnen

Wir über uns

Die Arbeitsgemeinschaft der Heidelberger Frauenverbände ist eine Kooperation von zahlreichen in der Neckarstadt engagierten Frauenorganisationen. Jeder Frauenverband bzw. jede interessierte Frauengruppe kann zur Arbeitsgemeinschaft beitragen. Das Ziel der monatlichen Sitzungen (am 2. Dienstag im Monat) ist es, miteinander bekannt zu werden, andere Gruppen, deren Ziele und Arbeit kennenzulernen, gemeinsame Aufgaben und Interessen abzustimmen und Defizite in der Entwicklung von Frauenpolitik und Frauenarbeit aufzuzeigen und öffentlich zu machen.

Die Ziele der AG:

  • Vernetzung unter Heidelberger Frauengruppen und -verbänden,
  • eine Lobby für Fraueninteressen im kommunalpolitischen Rahmen schaffen,
  • Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen.

Wir organisieren Veranstaltungen zu aktuellen Fragen:

  • Gewalt gegen Frauen
  • sexuelle Ausbeutung
  • Wohnen und Sicherheit in Heidelberg
  • Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit
  • Absicherung von Frauen im Alter

Außerdem engagiert sich die AG am Internationen Frauentag und schafft Foren zur Vorstellung und zur Diskussion frauenrelevanter Themen bei Wahlen.

Zur Geschichte der Arbeitsgemeinschaft Heidelberger Frauenverbände und –gruppen

Der Zusammenschluss der Heidelberger Frauengruppen und –verbände fand am 19. November 1985 auf Initiative von Ilse-Dore Niclas statt, damals erste Vorsitzende des Clubs Berufstätiger Frauen. An der ersten Sitzung nahmen Frauenunion, Frauenring, GEDOK, die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, der Landesfrauenverband, Katholischer Frauenbund, Hausfrauenbund, Frauen helfen Frauen, GAL und Frauen in der Kommunalpolitik teil.

Das Anliegen der Frauen war es, ihre rechtliche Gleichstellung auf allen Gebieten des gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu erreichen. In kurzer Zeit hatten sich die meisten Fraueninitiativen, wie Frauenhaus, pro Familia, Frauengesundheitszentrum, Notruf für Frauen und Internationales Frauenzentrum der AG angeschlossen.

Schon ein halbes Jahr nach dem ersten Treffen, am 30. Juni 1986, hatte die AG eine eigene Satzung, die auch die Handschrift der engagierten Gründungsfrau und Rechtsanwältin, Ilse-Dore Niclas trug:

Die Arbeitsgemeinschaft ist eine überparteiliche und überkonfessionelle Vereinigung. Sie hat die Aufgabe, die Interessen der Heidelberger Frauen zu vertreten, sowie die Arbeit der Frauenverbände und Frauengruppen bei der Durchführung und Förderung frauenrelevanter Anliegen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft zu unterstützen. Sie setzt sich für die Verwirklichung der Gleichberechtigung und Gleichstellung zwischen Männern und Frauen ein.

Initiative Frauengleichstellungsbeauftragte

Erstes und wichtigstes Anliegen der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft war, eine Frauengleichstellungsstelle bei der Stadt zu schaffen. Die AG reichte am 21. März 1986 dazu einen Antrag bei dem damaligen Oberbürgermeister Zundel ein. Mit der Begründung, dass die Rechte der Frauen durch die Heidelberger Stadtverwaltung ausreichend gewährleistet seien, wurde der Antrag abgelehnt.

Am 25. November 1986 wurde jedoch eine Frauenberatungsstelle in der Theaterstraße unter Leitung von Doris Rasch eingerichtet, deren Kosten die Stadt übernahm. Die AG ließ sich nicht entmutigen und bemühte sich, die Notwendigkeit einer Frauengleichstellungsstelle in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Zu diesem Zweck wurde im Jahre 1986 Lisa Vollmer, Inhaberin der ersten Gleichstellungsstelle für Frauen in Kassel eingeladen, die über ihre Arbeit berichtete und die Notwendigkeit einer Frauenbeauftragten in der Kommunalverwaltung aufzeigte. Unter der Ägide von Oberbürgermeisterin Beate Weber konnte 1992 die Forderung der AG nach Einführung einer Frauenbeauftragten bei der Kommunalverwaltung durchgesetzt werden. Seit dem April 1992 füllt Dörthe Domzig dieses Amt aus. Es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgemeinschaft der Heidelberger Frauenverbände und –gruppen und dem Frauenamt – heute Amt für Chancengleichheit.

Frauennachttaxi

Im September 1986 forderte die AG zum ersten Mal die Einrichtung eines Frauennachttaxis. Mädchen und Frauen sollten ab 20 Uhr die Möglichkeit haben, einen Taxischein für damals erschwingliche fünf Deutsche Mark zu erwerben, um sicher von Veranstaltungen oder Spätdiensten nach Hause zu kommen. Zunächst wurde die Forderung nicht erfüllt, 1989 konnte jedoch der erste Probelauf des Nachttaxis organisiert werden.  Am 1. Juli 1992 wurde das Frauennachttaxi dann endgültig eingeführt. Aktuelle Preise und Beförderungsbedingungen finden Sie auf der Webseite der Stadt Heidelberg.

Erste Frau an der Spitze einer Stadt im Ländle

Im Jahr 1990 wählten die Heidelberger Beate Weber zur Oberbürgermeisterin. Sie war die erste Frau in dieser Position in Baden-Württemberg. Während des Wahlkampfs hatte die Arbeitsgemeinschaft  zu einer eigenen Wahlveranstaltung eingeladen, bei der die KandidatInnen zu frauenpolitisch relevanten Fragen Stellung nehmen konnten. Beate Weber stand den Wünschen und Anregungen der AG während Amtszeit bis 2006 immer offen und aufgeschlossen gegenüber. Mit ihr konnte die Einführung einer Frauenbeauftragten bei der Kommunalverwaltung schließlich 1992 durchgesetzt werden.

800 Jahre Frauenstadtgeschichte Heidelberg

Zur 600-Jahrfeier der Universität Heidelberg 1995 wurde unter Mitarbeit von Frauen der Arbeitsgemeinschaft ein Handbuch über 800 Jahre Frauenstadtgeschichte herausgegeben unter dem Titel: „Die Vergangenheit ist die Schwester der Zukunft“. In diesem Handbuch wurden die Vitae von Frauen, die Bedeutendes in Heidelberg geleistet haben, veröffentlicht:

Jeanne Hersch, Olympia Fulvia Morata, Marianne Weber, Frieda Reichmann, Elisabeth von Thadden, Gräfin Graimberg, Marie Baum, Hannah Arendt, Louisa Adolphe de Beau, Clara Schumann und viele mehr. Sie alle haben durch ihre herausragende Persönlichkeit zum Ansehen der Stadt Heidelberg oder ihrer Universität beigetragen und die Gleichstellung von Frau und Mann weiter öffentlich gemacht.